»Für mich hatte Kays Lässigkeit, Wortkargheit und bewusst schäbige Kleidung etwas Geheimnisvolles, Faszinierendes, fast wie bei Greta Garbo. Als sie mir zum Abschied die Hand gab, fügte sie dem Gruß unerwartet ein paar zögernde Worte hinzu. ›Ich hab gedacht, ihr seid alle entsetzlich, aber ihr wart sehr nett. Mir gefällt die Atmosphäre hier – ich kann ich selbst sein.‹«
England, kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Der Ich-Erzähler, ein Junge in Pubertät, lebt in abgeschiedener ländlicher Idylle. Eines Tages lernt er die doppelt so alte Kay kennen, Tochter der Familie Demarest. Kay ist schüchtern und still, extravagant und erotisch. Die beiden werden Freunde. Im anderen Garten – ein formaler Garten, den der Vater des Jungen mit großer Hingabe stutzt und hegt – findet die ruhelose Kay für kurze Zeit einen Platz zum Sonnen. Sie kann sich ihren Tagträumen hingeben und sie selbst sein, was ihr in ihrer Familie und im Leben verwehrt bleibt.
»Es ist ein kleines Meisterwerk, denn es bringt zwei scheinbar unvereinbare Sphären zusammen: die skurrile Idylle der britischen Gentry und die Brutalität des Zweiten Weltkriegs. ... Wyndham erzählt mit grosser Leichtigkeit und herrlichen Dialogen. Doch unter jedem Satz lauert die Tiefe. Magistral.«
Manfred Papst, NZZ am Sonntag
»Eine der eigentümlichsten, federleichtesten und paradoxerweise schwergewichtigsten Neuerscheinungen der gerade anbrechenden Herbstsaison. ... Es ist eine unvergessliche Initiationsgeschichte, todtraurig und wunderschön, psychologisch raffiniert, ein schmales Buch, das keiner, der es gelesen hat, vergessen wird.«
Denis Scheck, Deutschlandfunk
»Schön übersetzt erscheint Der andere Garten jetzt erstmals auf Deutsch, als Gesellschaftsporträt, psychologische Familienstudie und Bekenntnis in einem. Der Anspruch ist bewusst zurückgehalten, der Ton leicht - bis hin zum überraschenden, rührenden Schluss. Vieles ist witzig, manches bleibt ungesagt, alles stimmt. Das Buch ist übrigens auch herstellerisch ein Juwel, vom Schutzumschlag über den Satzspiegel bis zum knallroten Lesebändchen.«
Sibylle Mulot, Spiegel Online
»Francis Wyndham beweist sich in diesem Roman als glasklarer Erzähler. So einfach seine Sätze daherkommen, so komplex ist, was sie schildern; so scheinbar unspektakulär ist, was geschieht, so nachdrücklich ist der Eindruck, den diese Elegie für Kay hinterlässt.«
Wieland Freund, Die Welt
»Der Roman erschien 1987 in London, der kleine Dörlemann Verlag mit der glücklichen Hand für kostbare Entdeckungen bringt ihn jetzt auf Deutsch heraus ... Der Autor Francis Wyndham wurde 1924 geboren, lebt in London und hat, so sagt man, das Talent von V.S.Naipaul und Bruce Chatwin als Erster erkannt. Und hier zeigt er sich selbst als ein Autor, der mit zarten Farben das Besondere in den Menschen beschreiben kann.«
Elke Heidenreich über »Bücher, die ihr am Herzen liegen«, Vigo
»Bestseller kommen und gehen, doch Francis Wyndhams kluges und elegantes Buch wird noch von sehr vielen Generationen gelesen werden.«
Hilary Bailey, The Guardian
Neuigkeiten:
Francis Wyndham im Deutschlandfunk
Mirjam Kristensen erhält den Amalie Skram-Preis
Louise Carpenter in DIE ZEIT
Francis Wyndham auf Spiegel Online
Francis Wyndham in der NZZ
Am Ursprung der Tage von Iwan Bunin im Radiofeuilleton auf Deutschlandradio Kultur
Tanz der seligen Geister gehört zu den besten Büchern des Monats August bei Perlentaucher
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Wie zwei Schwestern die Gestapo überlisteten
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