Tanz der seligen Geister war das Debüt der großen Meisterin der kleinen Form. Die Sammlung erschien im Original 1968 und wird nun erstmals auf Deutsch herausgegeben. Bereits hier zeigt sich Alice Munro als präzise, unsentimentale und abgründige Chronistin zeitgenössischen Alltagslebens. Stehen in ihren späteren Büchern Frauen mittleren Alters im Vordergrund, so finden sich in Tanz der seligen Geister vor allem Erzählungen vom Erwachsenwerden.
»Ich denke vor allem an die Kanadierin Alice Munro, mit der es auf diesem Planeten allenfalls eine Handvoll Schriftsteller aufnehmen kann. Ich meine, sie hat im Bereich der Kurzgeschichte Tschechow übertroffen, und der war nicht gerade ein Anfänger.«
Jonathan Franzen in einem Interview in der »Zeit« auf die Frage nach möglichen nordamerikanischen Nobelpreisträgern
»Romane lassen sich schlecht mit Symphonien vergleichen. Aber speziell bei diesen kanadischen Short Stories liegen die Parallelen zu ›The German Lied‹ so offen zutage, dass man beim Lesen fast darüber stolpert ... Munro beherrscht virtuos die im Lied essentielle Kunst der Ellipse ... Schubert hätte das nicht besser sagen können.«
Eleonore Büning, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Der Erstling der Kanadierin Alice Munro, der erst jetzt übersetzt wurde, ist ein Fund ... Das Buch ist eine starke Einstiegsdroge für alle, die Alice Munro noch nicht kennen. Aber auch wer dieser Schriftstellerin bereits verfallen ist, sollte es sich auf keinen Fall entgehen lassen.«
Gunhild Kübler, NZZ am Sonntag
»Hochkarätige Kurzgeschichten: Endlich ist Alice Munros wunderbarer erster Kurzgeschichtenband, der 1968 ihren Weltrum begründete, auf Deutsch erschienen. Es wurde Zeit – die grosse alte Dame der kanadischen Literatur wird sei Jahren für den Nobelpreis gehandelt.«
Annabelle